Die legale Anmeldung eines gewerblichen Minijobs – Ein Leitfaden | Hire Me Enterprise

Die legale Anmeldung eines gewerblichen Minijobs – Ein Leitfaden

Viele Unternehmen beschäftigen zur Anmeldung von Minijobbern einen Steuerberater. Kostengünstiger, aber dafür auch aufwendiger ist es, wenn der Betrieb die Anmeldung selbst vornimmt. Wie es geht und was zu beachten ist, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Wo kann die Anmeldung durchgeführt werden?

Die Anmeldung von Minijobbern erfolgt über die Minijob-Zentrale.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

  • Besitz einer Betriebsnummer: Der Arbeitgeber muss eine Betriebsnummer besitzen. Falls noch keine vorhanden ist, kann diese beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Dies geht telefonisch unter 0800 4 5555 20 oder per Fax unter 0681 988429-1300. Zur Online-Beantragung gelangen Sie hier. Die Beantragung kann mehrere Tage dauern. Dies sollte eingeplant werden. Bei knappschaftlichen Betrieben und Mitglieder der See-Berufsgenossenschaft ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zur Beantragung einer Betriebsnummer zu kontaktieren.
  • Übermittlung eines Personalfragebogens: Ein Muster des Personalfragebogens finden Sie hier
  • Meldung zur Sozialversicherung über die Minijob-Zentrale bei geringfügiger Beschäftigung und kurzfristiger Beschäftigung.

Welche Meldepflichten sind zu beachten?

Zu den Meldepflichten gehören:

  • Die Anmeldung 
  • Die Abmeldung
  • Jahresmeldungen/Unterbrechungsmeldungen/sonstige Entgeltmeldungen

Umfangreiche Informationen zur Meldepflicht stellt die Broschüre der Minijobzentrale bereit. 

Was hat es mit der Sofortmeldepflicht auf sich?

Noch vor Aufnahme der Beschäftigung muss die entsprechende Arbeitskraft angemeldet werden. Probearbeiten ohne Anmeldung ist demnach nicht möglich, wenn eine Sofortmeldepflicht vorliegt.

Eine Sofortmeldung besteht für folgende Wirtschaftsbereiche:

  • Baugewerbe
  • Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe
  • Personenbeförderungsgewerbe
  • Speditions-, Transport- und damit verbundenen Logistikgewerbe
  • Schaustellergewerbe
  • Unternehmen der Forstwirtschaft
  • Gebäudereinigungsgewerbe
  • Unternehmen, die sich am Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen beteiligen
  • Fleischwirtschaft

Welche Daten müssen bei der Sofortmeldung angegeben werden?

  • Familien- und Vornamen des Beschäftigten
  • Versicherungsnummer des Beschäftigten
  • Betriebsnummer des Arbeitgebers
  • Tag der Beschäftigungsaufnahme

Welche Beitragspflichten gibt es?

Vor dem Zahlungstermin muss der Arbeitgeber den voraussichtlich zu zahlenden Gesamtsozialversicherungsbeitrag für jeden Kalendermonat übermitteln. Der Betrag beinhaltet Abgaben zur Kranken- und Rentenversicherung, die Höhe der Umlagebeiträge, die Insolvenzgeldumlage sowie die einheitliche Pauschalsteuer.

Mit dem Minijob-Rechner können Arbeitgeber die Pauschabgaben berechnen.

Wann sind die Beitragspflichten fällig?

Gesamtsozialversicherungsbeiträge, Pauschalangaben und voraussichtliche Höhe der Beitragsschuld muss spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats übermittelt werden, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird.
Folgende Zahlungsmöglichkeiten gibt es:

  • SEPA-Lastschriftmandat (wird von der Minijob-Zentrale empfohlen, da eine zu späte Zahlung zu einem Versäumniszuschlag führt)
  • Überweisungen
  • Zahlung per Scheck

In Sonderfällen kann eine jährliche Beitragszahlung erfolgen. Nähere Informationen zu diesen Sonderfällen gibt es hier.

Wie können Melde- und Beitragspflichten übermittelt werden?

Es müssen systemgeprüfte Programme oder maschinell erstellte Ausfüllhilfen zur Übermittlung gewählt werden. Übermittlungen in Papierform oder mittels Datenträgern ist nicht mehr möglich. Die Minijob-Zentrale empfiehlt das kostenlose Programm sv.net. Mehr Informationen zur Übermittlung und zum Programm sv.net sind hier zu finden. 

Welchen Beitrag zur Rentenversichung müssen für Minijobber gezahlt werden?

Arbeitgeber müssen einen Pauschalbetrag in Höhe von 15 % zur Rentenversicherung zahlen, unabhängig davon, ob der Minijobber sich von der Zahlung der Rentenversicherung hat befreien lassen. Lediglich der Anteil des Minijobbers entfällt hierbei.

 

Autor

erstellt von Jennifer Moseler

am 16.02.2016, um 09:13 Uhr

CMO & Gründerin; sportlich und zielstrebig aber ein echter Teamplayer :)