Haushaltshilfe für die eigenen vier Wände - Wie mit legaler Anmeldung sogar Geld gespart werden kann | Hire Me Enterprise

Haushaltshilfe für die eigenen vier Wände - Wie mit legaler Anmeldung sogar Geld gespart werden kann

Haushaltshilfe legal anmelden

Egal ob Alleinerziehende, Familien oder Singles, immer mehr Privathaushalte suchen Unterstützung beim Aufräumen, Putzen und sonstigen Haushaltstätigkeiten. Zwischen 2005 und 2015 stieg laut einer Studie die Zahl der geringfügig beschäftigten Haushaltshilfen von 200.000 auf 300.000 an [1]. Erschreckend hierbei ist die immense Zahl an Haushaltshilfen, die nicht angemeldet und damit illegal beschäftigt werden. Rund 80% der 3,6 Millionen Haushaltshilfen in deutschen Privathaushalten sollen schwarz beschäftigt werden [2]. Was viele nicht wissen: Unterm Strich kann es sogar günstiger sein eine Haushaltshilfe anzumelden, als diese illegal zu beschäftigen.

Was spricht für eine legale Anmeldung?

  • Ordnungswidrigkeit & Bußgeld: Wer die Haushaltshilfe illegal beschäftigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Bis zu 5.000€ können als Bußgeld fällig werden.
  • Versicherung des Arbeitnehmers: Die Haushaltshilfe ist bei einem Arbeitsunfall versichert. So muss der Arbeitgeber nicht für die Behandlungskosten im Falle eines Unfalls aufkommen.
  • Geringe Abgaben für die Haushaltshilfe: Die Abgaben, die von einem Privathaushalt für eine Haushaltshilfe an die Minijob-Zentrale abgeführt werden müssen, sind deutlich geringer, als bei gewerblichen Minijobs. Welche Abgaben im Vergleich zu einem gewerblichen Minijob zu tätigen sind, zeigt die Tabelle der Minijob-Zentrale am Ende des Artikels.
  • Steuervergünstigungen für den Arbeitgeber: Meldet ein Privathaushalt eine geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe an, verringert dich die Einkommenssteuer auf Antrag um 20% der Aufwendungen des Arbeitgebers. Maximal können aber jährlich 510€ bzw. monatlich 42,50€ gespart werden. Hierbei kann es tatsächlich vorkommen, dass die Steuerersparnis größer ist als die Abgaben für die Haushaltshilfe.

Beispiel: Eine gesetzlich krankenversicherte Haushaltshilfe arbeitet in der Woche 4 Stunden. Monatlich kommt die Haushaltshilfe damit auf eine Arbeitszeit von 16 Stunden. 10€ zahlt ihr der Privathaushalt pro Stunde.

Monatlicher Verdienst der Haushaltshilfe: 16 Stunden * 10€/Stunde = 160€

Monatliche Abgabe des Arbeitgebers an die Minijob-Zentrale: 14,9% * 160 = 23,84€

Gesamte Ausgaben: 183,84€

Monatlich gesparte Einkommenssteuer: 20% * 183,84€ = 36,77€

Hier ist zu erkennen, dass der eingesparte Betrag bei der Einkommenssteuer größer ist als die monatliche Abgabe für die Haushaltshilfe an die Minijob-Zentrale.

Vermeintliche Gründe gegen eine Anmeldung

Viele Privathaushalte haben Vorurteile, die gegen eine legale Anmeldung sprechen. Doch was ist an diesen Vorurteilen dran?

  • Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Die angemeldete Haushaltshilfe hat außerdem Anspruch auf Urlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Klingt nicht gerade nach einem Vorteil für den privaten Arbeitgeber, oder? Nein, aber es ist auch nicht ganz so dramatisch, wie man sich das ausmalen möchte. Die Lohnfortzahlung ist auf max. 6 Wochen begrenzt und private Arbeitgeber bekommen 80% des fortgezahlten Entgeltes erstattet.
  • Die Haushaltshilfe möchte nicht angemeldet werden: Laut einer Umfrage geben 23% der Privathaushalte, die eine Haushaltshilfe illegal beschäftigen an, dass die Helfer nicht angemeldet werden wollen und sie diese deshalb nicht anmelden [3]. Für die Helfer bestehen Vorteile wie z.B. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, etc. Es macht also nur Sinn auf diese Vorteile zu verzichten, wenn andere Gründe dagegen sprechen. Beispielsweise wenn die Haushaltshilfe monatlich die 450€-Grenze überschreitet. Jeder (private) Arbeitgeber sollte sich allerdings fragen, ob er dann tatsächlich auf die richtige Arbeitskraft setzt oder lieber eine ehrlich arbeitende Arbeitskraft beschäftigen möchte.
  • Geld sparen durch illegale Beschäftigung: 11% der Befragten der zuvor erwähnten Umfrage gaben an, Geld sparen zu wollen. Wie bereits bei den Gründen für eine legale Anmeldung aufgeführt, kann die legale Beschäftigung für einen privaten Arbeitgeber günstiger sein, als die illegale Beschäftigung. Enorme Kosten kommen jedenfalls nicht auf die Privathaushalte zu. Die Frage ist, was es einem Arbeitgeber Wert ist, eine zufriedene Haushaltshilfe zu haben, die auch in schwierigen Zeiten, wie z.B. im Krankheitsfall, abgesichert ist.
  • Zu komplizierte Anmeldung: 15% der Studie zu den Gründen einer illegalen Beschäftigung in Privathaushalten gaben an, dass ihnen die Anmeldung zu kompliziert ist. Die Minijob-Zentrale wirbt mittlerweile mit der Einfachheit der Anmeldung. Nur drei Schritte sollen hier notwendig sein.

Wie Du Deine Haushaltshilfe legal anmelden kannst, werden wir in einem nachfolgenden Blogbeitrag behandeln. 

2016

450-Euro-Minijobs im gewerblichen Bereich1)

450-Euro-Minijobs in Privathaushalten2)

 kurzfristige Minijobs 3)

Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (KV)

13 %4)

5 %4)

Kein

Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (RV)

15 % 

5 %

Kein

Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung (RV)5)

3,7 %

13,7 %

Kein

Steuern

2 %6)

2 %6)

an das Betriebsstättenfinanzamt 25 %7)

Umlage 1 (U1)8)9) bei Krankheit

1,0 %

1,0 %

1,0 %

Umlage 2 (U2)9) Schwangerschaft/Mutterschaft

0,3 %

0,3 %

0,3 %

Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung

individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger

1,6 %10)

individuelle Beiträge an den zuständigen Unfallversicherungsträger in Privathaushalten

1,6 %10)

Insolvenzgeldumlage11)

0,12 %

keine

0,12 % 

in Privathaushalten keine

1) geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch Viertes Buch (SGB IV)

2) geringfügige Beschäftigung in Privathaushalten nach § 8a SGB IV i. V. m. § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV

3) geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV auch i. V. m. § 8a SGB IV

4) der Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung fällt nur an, wenn der Minijobber gesetzlich krankenversichert ist

5) voller Pflichtbeitrag RV = 18,7 % - Der Arbeitgeber trägt den jeweiligen Pauschalbeitrag zur RV; der Arbeitnehmer den Rest (in der Regel 3,7 % bei Minijobs im gewerblichen Bereich / 13,7 % bei Minijobs in Privathaushalten). Der volle Pflichtbeitrag ist von mindestens 175 Euro zu berechnen.

6) Bei Verzicht auf die Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen (elektronische Lohnsteuerkarte) ist die Pauschsteuer (2 %) an die Minijob-Zentrale abzuführen. Bei Beschäftigungen bei denen kein Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung gezahlt wird, beträgt die Pauschalsteuer 20 Prozent und ist an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt abzuführen.

7) Bei Verzicht auf die Besteuerung nach individuellen Lohnsteuermerkmalen (elektronische Lohnsteuerkarte) kann die Lohnsteuer unter bestimmten Voraussetzungen pauschal (25 %) an das zuständige Betriebsstättenfinanzamt abgeführt werden. Mehr zu der steuerlichen Behandlung von kurzfristigen Beschäftigungen lesen Sie bitte hier.

8) bei einer Beschäftigungsdauer von mehr als 4 Wochen

9)weitere Informationen zur Arbeitgeberversicherung

10)wenn der kommunale Unfallversicherungsträger zuständig ist. In Ausnahmefällen (z.B. bei privater Reittierhaltung) ist der Beitrag an einen anderen Unfallversicherungsträger zu zahlen und wird individuell erhoben.

11) Der Bund, die Länder, die Gemeinden sowie Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist, solche juristische Personen des öffentlichen Rechts, bei denen der Bund, ein Land oder eine Gemeinde kraft Gesetzes die Zahlungsfähigkeit sichert, Wohnungseigentümergemeinschaften und private Haushalte werden nicht in die Umlage einbezogen.

 

Die Anmeldung

Die Anmeldung kann online durchgeführt werden. Hierzu muss der Privathaushalt das Online-Formular der Minijob-Zentrale auszufüllen. Die Minijob-Zentrale überträgt die Daten dann auf das Haushaltsscheck-Formular und sendet es dem Privathaushalt zurück, damit dieser das Dokument unterschreiben kann. Danach muss das Hausshaltscheck-Formular nur in den beigefügten Freiumschlag kuveriert und an die Minijob-Zentrale zurückgesendet werden.

 


[1] Rheinische Post: IT-Studie: 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten weiter schwarz, http://www.presseportal.de/pm/30621/3392166.
[2] Rheinische Post: IT-Studie: 80 Prozent aller Haushaltshilfen arbeiten weiter schwarz, http://www.presseportal.de/pm/30621/3392166.
[3] Zeit Online: Jeder zehnte Haushalt lässt Putzhilfen schwarzarbeiten, http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-09/schwarzarbeit-haushaltshilfe-studie.

Autor

erstellt von Jennifer Moseler

am 16.02.2016, um 09:13 Uhr

CMO & Gründerin; sportlich und zielstrebig aber ein echter Teamplayer :)